Schwanger! Eine Zeit zwischen Freude und Sorge beginnt
Endlich ist die Frau schwanger. Der Test ist eindeutig positiv. Vielleicht hat auch der Frauenarzt bereits im Ultraschall eine kleine Fruchtblase entdecken können. Doch unter die erste Freude mischen sich bei nicht wenigen Frauen auch gleichzeitig viele Sorgen. Muss das sein? Gemischte Gefühle sind normal. Man fragt sich, werden wir das schaffen mit dem Kind? Werden wir gute Eltern sein? Außerdem verändern sich gerade am Anfang der Schwangerschaft die Hormone grundlegend.
Alles in der heutigen Zeit ist geplant. Der Einstieg in den Beruf ist geplant. Das neue Auto ist geplant. Da muss auch das Kind geplant sein und mitten ins aktuelle Leben passen. Und genau vor diesem Quentchen Ungewissheit, dass die Natur sich eben doch nicht immer genau vorhersagen lässt, davor scheinen viele Frauen Angst zu haben. Sie haben die Natürlichkeit ihrer Eltern und Großeltern verloren. Warum? Liegt es daran, weil kaum noch mehrere Generationen miteinander unter einem Dach leben? Oftmals liegen Hunderte Kilometer zwischen den werdenden Eltern und den zukünftigen Großeltern. Sich kurzfristig und problemlos Rat zu holen, ist nicht mehr möglich.
Ein weiterer Grund für die Entfremdung vom natürlichen Muttersein: Derzeit werden in Deutschland immer noch zu wenige Kinder geboren. Auf diese wenigen Kinder scheint sich dann der Fokus zu richten. Die Medien behandeln eine Schwangerschaft nicht als etwas Natürliches, das jeden Tag mehrmals ungesehen passiert.
Gerade bei Erstgebärenden mischt sich unter die riesige Freude auf das Baby auch die Angst vor der bevorstehenden Geburt. Abhilfe können Gespräche mit Freundinnen oder einer Hebamme schaffen. Empfehlenswert ist auch ein Geburtsvorbereitungskurs. Hier werden im Kreis mit anderen Schwangeren alle Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und die anstrengenden Wochen danach besprochen. Wer die Sicherheit braucht: Viele Kliniken bieten Schupperstunden in ihren Kreißsälen an. Die besorgte Schwangere kann somit gemeinsam mit dem Partner all ihre Fragen direkt an Ort und Stelle einbringen und sich auch über weiterführende Möglichkeiten wie die Nabelschnurblut Einlagerung zu informieren.
Schlaflose Nächte bereitet den Schwangeren oft auch die Angst davor, wie es künftig mit dem Job weitergehen wird. Ein offenes Gespräch mit dem Vorgesetzten sollte rechtzeitig geführt werden. Dann lassen sich für beide Seiten bereits wichtige Dinge wie Elternzeit und die Möglichkeit von Teilzeitarbeit besprechen.
Viele werdende Mütter treibt auch die Angst vor einem behindertem Kind um. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit dafür vergleichsweise gering. Der Einsatz moderner Technik ermöglicht schon frühzeitig den Blick unter die Bauchdecke. Vielleicht wäre es sinnvoll, nicht mehr als die vorgeschriebenen drei Ultraschalluntersuchungen wahrzunehmen. Fachstimmen meinen bereits, der Kontakt zum Kind ließe sich durch ständige Untersuchungen schwerer herstellen. Und selbst wenn die Diagnose heißen sollte: Mein Kind ist behindert, darf eines nicht vergessen werden: Ein Kind ist ein Geschenk, es hat sich eingenistet im Körper der Frau. Es möchte leben.
Wer ganz auf störende Technik verzichten möchte, ist bei einer freiberuflichen Hebamme gut aufgehoben. Sie kann das Kind im Mutterleib ertasten und den Herzschlag des Babys abhorchen. Eine Hebamme stellt auf natürliche Weise den Kontakt zum Baby her. Die Frau lernt somit, wieder auf ihren Körper zu hören. Sie lernt, sich zu vertrauen. Ohne störende Ängste und Sorgen.