Gesunder Schlaf
11. Juni 2009 von AndreasGenau wie die Gesundheit ist der Schlaf ein Phänomen, dem wir nur Beachtung schenken, wenn es gestört ist. Dieser Artikel soll die Funktionsweise des Schlafes erklären und Tipps geben, wie gestörter Schlaf verbessert werden kann.
Wozu schlafen wir?
Ganz klar ist noch immer, nicht, welche Funktion der Schlaf überhaupt hat. Eine naheliegende Vermutung ist, dass der Schlaf einfach zur Erholung dient. Das zeigt sich daran, dass viele Körperfunktionen bei gutem Schlaf besser funktionieren: Geistige Funktionen wie das Gedächtnis oder die Aufmerksamkeit arbeiten zuverlässiger, aber auch organische Funktionen wie der Stoffwechsel profitieren von ausreichendem Schlaf. Darüber hinaus scheint der Schlaf für die Entwicklung des heranwachsenden Organismus eine wichtige Rolle zu spielen, was sich am im Alter abnehmenden Schlafbedürfnis zeigt.
Die Schlafphasen
Während des Schlafens wechselt unser Gehirn vergleichbar mit einem Waschprogramm zwischen 5 verschiedenen Phasen, die sich in der Frequenz der Gehirnströme, der Muskelanspannung sowie der für die REM-Phase charakteristischen Augenbewegungen unterscheiden lassen. Die REM-Phase, auch Traumphase genannt tritt im Abstand von ungefähr 90 Minuten und nimmt auf. Mit zunehmendem Alter werden die Tiefschlafphasen immer seltener, die Wachphasen während der Nacht jedoch häufiger.
Die innere Uhr
Für eine gesunde Schlaffunktion spielt die so genannte innere Uhr (auch circadiane Rhythmik genannt) eine wichtige Rolle, die den Schlafrhythmus hormonell unterstützt. Diese innere Uhr läuft zwar auch ohne äußere Unterstützung, lässt sich jedoch durch äußere Reize wie Licht oder Geräusche manipulieren.
Eule oder Nachtigall?
Obwohl die innere Uhr auf äußere Reize reagiert, ist es wenig ratsam, gegen den angeborenen Schlafrhythmus zu leben. Gehört man zu den Menschen, die erst im Laufe des Tages zu Höchstleistungen auflaufen, so wäre es gesünder, die Tagesgestaltung auf dieses Bedürfnis anzupassen, als andersherum den Körper umzutrainieren.
Harte und weiche Faktoren
Neben “harten” Faktoren wie körperlicher Betätigung, Helligkeit, Lärm, oder auch ungünstigen Arbeitszeiten wirken viele subtilere Aspekte in die Schlafqualität hinein. So können auch Sorgen, Ängste und andere psychische Stressoren zu schlaflosen Nächten führen. Die beste Möglichkeit, zu einem gesunden Schlaf zurückzufinden ist natürlich, die Stressoren direkt anzugehen und zu beheben. Darüber hinaus gibt es jedoch verschiedene Strategien, auch kurzfristig zu einem gesünderen Schlaf zurückzufinden.
Strategien für einen guten Schlaf
Nicht jede Strategie wird bei jedem Menschen den selben Erfolg haben. So ist etwas Experimentierfreude, und die Lust etwas Neues auszuprobieren sehr förderlich. Mit folgenden Tipps lässt sich dem Schlaf auf die Sprünge helfen:
- Für frische Luft sorgen: Ein Spaziergang und auch gründliches Lüften des Schlafzimmers fördert die Sauerstoffaufnahme und macht müde.
- Ein Ritual pflegen:Ein Ritual, wie das tägliche Zubereiten eines Tees vor dem Zubettgehen (kein Grün- oder Schwarztee, oder gar Kaffee), das Vorlesen einer Gutenacht-Geschichte oder eine andere persönliche, in Ruhe durchgeführte Handlung kann den Körper auf die Schlafenszeit “programmieren”.
- In den Abendstunden auf schweres oder scharfes Essen verzichten.
- Für ausreichend Dunkelheit im Schlafzimmer sorgen.
- Unterstützung aus der Kräuterküche holen: Baldrian, Hopfen und Passionsblume machen schlummrig, ohne die für erholsamen Schlaf nötige Abfolge der Schlafphasen zu beeinträchtigen: Im Gegensatz zu Schlaftabletten ist man am nächsten Morgen fit. Auch einen Versuch wert ist warmes Bier (nur eine Tasse
) oder ein Melissenbad vor dem Zubettgehen. - Nicht hellwach ins Bett gehen, auch wenn es bereits spät ist, sondern erst ins Bett gehen, wenn sich von selbst Müdigkeit einstellt. Auch tagsüber das Bett nicht zum Lesen oder Fernsehschauen nutzen, sodass das Bett selbst zu einem Schlaf-Signal an den Körper wird.
- Soziale Unterstützung einholen: Die Familie oder Mitbewohner bitten, Rücksicht auf die aktuellen Schlafprobleme zu nehmen.
- Bei Sorgen und Ängsten, die vom Schlafen abhalten, sollte man probieren, diese vor dem Schlafengehen auf einen Zettel zu schreiben. Das hilft dabei, den Kopf frei zu bekommen und entspannter zur Ruhe zu finden.
- Alte, schlechte und stickige Matrazen, Decken und Kissen austauschen, sodass die Haut besser atmen kann und der Körper ungestört seine Temperatur regulieren kann.
Sollte der Schlaf trotz dieser Hausmittel nicht besser werden, so ist es ratsam einen Arzt aufzusuchen, der noch genauer untersuchen kann, welche Ursachen die Schlafprobleme haben und welche Unterstützung nötig ist. Auch kann das Erlernen einer Entspannungsmethode, wie die Progressive Muskelentspannung oder Reiki sehr schlaf-förderlich sein.
