NLP

11. Juni 2009 von Andreas

Neurolinguistische Programmierung

Die Neurolinguistische Programmierung (kurz NLP) ist ein handlungsorientiertes Modell, mit dem Ziel, menschliche Kommunikation zu verbessern. Dabei spricht man auch häufig von NLP als “Werkzeugkasten”, um das variierbare Zusammenspiel der Handlungsanweisungen und den praktischen Nutzen hervorzuheben.

Die Vorannahmen

Die Begründer des NLP, Richard Bandler und Richard Grinder beschrieben zwölf Vorannahmen, auf denen die praktische Anwendung basiert. Eine Auswahl daraus sind folgende:

Die Landkarte ist nicht das Gebiet: Maßgeblich ist nicht eine objektive Tatsache, sondern was die Menschen unter dieser Tatsache verstehen. Realität ist also nicht, wie ein Gespräch aus der Sicht eines objektiven Betrachters aussähe (wenn es ihn gäbe), sondern wie sich die Kommunikation für die Beteiligten darstellt. Daraus resultiert die nächste Annahme: Nicht, was Du tust, zählt, sondern wie Deine Umgebung auf Dich reagiert. Oder in Watzlawiks Worten: Wahr ist nicht, was A gesagt hat, sondern was B verstanden hat. Bei Missverständnissen gilt die Suche nicht nach einem Schuldigen, sondern nach der positiven Absicht, die in dem Verhalten steckte, die in jedem Verhalten liegt, zumindest bezogen auf das Modell der Welt, das dem Individuum zur Verfügung steht. Der Wert einer Verhaltensweise wird jedoch sehr wohl hinterfragt, der Wert eines Individuums jedoch bleibt unabhängig davon gleich.

Diese Vorannahmen sind als eine zugrundeliegende Haltung zu verstehen, die Methodik, diese anzuwenden, ist hingegen nicht festgeschrieben, sondern wird beständig weiter entwickelt.

Nur ein Methodenbündel?

Aufgrund seiner unmittelbar einleuchtenden Vorannahmen ist NLP eine der erfolgreichsten Kommunikationstrainings auf dem Weiterbildungsmarkt. Dabei wird sie häufig auf ein reines Methodenbündel reduziert, wobei der konstruktivistische Unterbau eigentlich weitreichender und mit dem der systemischen Beratung verwandt ist.


Anpassen und Führen

Grundlegend wichtig in der NLP ist die Herstellung einer Verbindung zwischen den Kommunikationspartnern. in der systemischen Beratung würde man dies Joining, oder systemtheoretisch “relevante Umwelt werden” nennen. In der NLP wird ein “Draht” hergestellt, indem während des gesamten Kommunikationsverlaufs eine bewusst und unbewusst gesteuerte Balance zwischen Anpassung (Pacing) und Führung (leading) angestrebt wird. Beim Pacing ist die Annahme, dass Menschen sich gut verstehen, wenn sie sich ähnlich sind, und so wird versucht, sich in möglichst vielerlei Hinsicht ähnlich wie der Gesprächspartner zu verhalten, was bei angeglichenem Stimmklang, Körperhaltung, bis hin zur Direktheit des Auftretens geht.

Um im weiteren Gesprächsverlauf eine gestaltende Rolle zu gewinnen, sollten von Zeit zu Zeit neue Verhaltensweisen in die Kommunikation eingebaut werden, sodass ein dynamischer Wechsel zwischen diesen beiden Kommunikationsspielarten zustande kommt.

Sinnesmodalitäten

Ein weiteres Anwendungsfeld der NLP ist die Verbesserung des Lernens. Da Lernen hauptsächlich aus der Verknüpfung von Sinnesinformationen mit vorhandenen emotionalen und gedanklichen Strukturen besteht, wird genau dieser Vorgang mit der Technik des Ankerns unterstützt.

Annahme dabei ist, dass Menschen ihre Welt durch die fünf Sinnesorgane wahrnehmen, dabei jedoch unterschiedliche Sinnesmodalitäten bevorzugen. Die Kenntnis der bevorzugten Sinnesmodalitäten erlaubt nun die gezielte Gedankenverknüpfung eines Lerninhaltes mit einem dazu passenden Sinneseindruck, Gestik oder Bewegung. Da es beim Lernen zu einer Verknüpfung gekommen ist, kann der Lerninhalt durch die jeweilige Gestik oder Bewegung wieder abgerufen werden.

Manipulation und Persönlichkeitsentwicklung

Ernsthafte Vertreter der NLP betonen, dass es bei der Anwendung dieser Methoden nicht um eine Manipulation des Gegenübers geht, sondern um eine Verbesserung der Kommunikation zum Wohle aller Beteiligten, und zwar unter Einhaltung ethischer und moralischer Werte. Als Werkzeug der Persönlichkeitsentwicklung eingesetzt, hilft die NLP auch dabei, eigene unbewusst angewandte Denk- und Verhaltensmuster zu durchschauen, sich von diesen zu emanzipieren und dadurch die Lebensqualität zu erhöhen. Von Menschen mit zweifelhaften Motiven angewandt, mag aufgrund der Wirksamkeit der Methoden durchaus ein Manipulationsrisiko bestehen, doch wäre NLP dabei nur das “missbrauchte” Werkzeug.

Nur ein Ausschnitt

In diesem Artikel kann nur ein kleiner Ausschnitt der Grundlagen der NLP dargestellt werden. Viel plastischer und spannender wird es, selbst ein Seminar zu besuchen oder sich ein paar Videos anzuschauen. Die findest Du auf der Seite von NLP-Deutschland (Partnerlink).


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2 Antworten zu “NLP”

  1. NLP Köln sagt:

    Danke für die tolle Erklärung. Was ich seit Jahren liebe, ist der Satz “Verwechsle die Landkarte ist nicht das Gebiet”. Der Satz ist mir allerdings bei Robert Anton Wilson begegnet – inwieweit er von NLP gelernt hat oder die NLP-Begründer von ihm, wäre die Frage. Ich vermute, beide Seiten gründen auf ähnlichen Wurzeln :)

  2. admin sagt:

    Klar, die NLP hat ja ihre konstruktivistischen Wurzeln mit all den systemischen Ansätzen gemein, da erkennt man einige Parallelen.

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